01. Abreise und San Francisco

Abreise mit Hindernissen

Es kommt meistens anders als man denkt !

So kurz vor Reisebeginn ging es nochmal rund. Am Sonntag ist mir eingefallen dass am 28. Mai in Amerika ja Feiertag ist, Memorial Day. Eigentlich wollten wir nach dem Death Valley zum Lake Isabella und weiter zum Sequoia Nationalpark und evtl. wieder nach Monterey und dann auf dem Highway Nr. 1 zurück nach San Francisco. Aber es kam anders als gedacht. Bei der Recherche von verschiedenen Campingplätzen habe ich festgestellt dass nichts mehr frei ist und das die ganze Woche lang. Oder vielleicht noch zu “Traumpreisen” von 120 Dollar die Nacht bei mind. 3 Tagen Aufenthalt. Also die ganze Tour ab Death Valley umgeplant und nun fahren wir über Lone Pine zum Mono Lake, weiter zum Lake Tahoe und dann durch die Sierra Nevada zum Sonoma State Park an der Pazifikküste, unweit von San Francisco. Von da aus geht es dann weiter mit dem Womo über die Golden Gate Brücke zum letzten Campingplatz in der Nähe der Rückgabestation. Diesen Platz habe ich aber schon lange vorher reserviert, es wäre nichts mehr frei gewesen.
So, nun dürfte eigentlich alles soweit geregelt sein dass wir “unbeschwert” unsere Reise antreten können.

Der Tag der Abreise ist gekommen und schon ging es los: Noch im Halbschlaf die Brötchen in die Mikrowelle rein, falsch eingestellt und schon hatten wir statt Brötchen Kohlestücke, die Küche voll beissenden Qualm und ein Frühstück bei offenen Fenstern und Türen. Doch das war noch nicht alles: um 11 Uhr kam HP um uns abzuholen, ein Check ob die Papiere alle OK sind und siehe da, es fehlte eine Kreditkarte. Fieberhaftes suchen im ganzen Haus und dann doch noch gefunden. Gott sei Dank, die Karte ist wichtig. Am Flughafen angekommen, Koffer raus, verabschieden und dann Gepäck aufgegeben. Wo ist eigentlich mein Handy? Oh je, beim HP auf dem Rücksitz im Auto. Also angerufen und gleich erreicht, er kehrt um und dann hatte ich wieder mein Handy. Das war nun genug, ab in den Airbräu und mit guter bayrischer Brotzeit von München verabschiedet. Ab zum Gate und dann hatten wir einen sehr angenehmen und ruhigen Flug von 11 Stunden und 20 Minuten nach San Francisco. Nach der Ankunft ging alles sehr schnell und wir waren durch Einreisekontrolle und Zoll auch bald im Hotel.
Wir flogen mit dem Airbus A340 von München nach San Francisco.  Der Kurs geht über Hamburg, Island, Grönland und dann oberhalb der Hudson Bay (Kanada) nach SFO.
Beeindruckend war es über Grönland denn wir hatten das Glück dass die Sicht für einige Zeit grandios war. Unvorstellbar diese unendliche Wüste aus Schnee und Eis.
 



Und damit ging ein sehr langer Tag zu Ende. Trotz später Stunde, noch einen Absacker im Hotel und dann nichts wie weg in’s Bett.

Der erste Tag in San Francisco

Nach einem “Continental Breakfest” was ja nicht gerade berauschend war machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Mit dem Hotel-Shuttle zum Flughafen und mit der Metro dann “downtown”. Nur das mit dem Ticketautomaten war nicht so einfach. Mit Hilfe eines freundlichen Herren wussten wir dann wie es geht: 20 Dollar rein, die Fahrt kostet 19.30 $ und dann den 5 Cent Knopf solange drücken bis die Anzeige auf dem exakten Preis steht. Und schon ging es los und nach einer halben Stunde waren wir an der Embarcadero Station und marschierten los, zuerst zum alten Hafengebäude.
Blick auf die Oakland Bridge die auf die andere Seite der Bay of San Francisco führt.
Ein Blick zum Coit Tower und dann an den Piers entlang bis zum Pier 39, der Touristenattraktion schlechthin von SFO.
Vor allem die Pontons vor dem Pier mit den Seelöwen sind ein Magnet für alle Besucher. Wie vor 19 Jahren, immer noch das gleiche, sie brüllen und raufen um den Platz auf dem Ponton und schubsen sich gegenseitig in’s Wasser als ob es keinen Platz für alle gäbe. Ein Spektakel ohne Ende, den ganzen Tag lang.

Und wieder einen “Gegner” abserviert !
 
Wir hatten die Absicht die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz zu besichtigen, aber bis Montag kein freier Platz mehr auf den Booten. Dann halt nicht, dafür haben wir eine Rundfahrt durch die Bay von San Francisco mit dem Boot gemacht und sind dabei auch unter der Golden Gate Brücke durchgefahren und haben Alcatraz umrundet. Der Anblick reicht dann auch aus der Ferne.

 
Dann wurde es Zeit wieder zurück in’s Hotel, also marschierten wir die ganze Strecke wieder zurück, dann mit Metro, Bus und Shuttle am Hotel angekommen waren wir ziemlich kaputt. Wir legten uns “kurz” hin, zum “entspannen” und sind dann zum ersten mal wieder um 2 Uhr in der Früh aufgewacht. Nach 11 Stunden Schlaf sind wir nun wieder fit für neue Taten.

Der zweite Tag

Und wieder mit dem Shuttle zum Flughafen und mit der BART in die City. Jetzt haben wir aber die Clipper-Card mit Seniorenvergünstigung,  die wie eine Prepaid Karte funktioniert. Ist ein tolles System und geht super schnell. Heute ging es mit dem Hop-on und Hop-off Bus durch die Stadt und sogar über die Golden Gate. Leider war das Wetter recht kühl und bis in den frühen Nachmittag auch sehr bewölkt. Zu den ersten Highlights der Tour gehört die City Hall und dann das Jimmy Hendrix Haus wo der Künstler einige Jahre gewohnt hat.

Auch sonst gab es noch einige lustige und witzige Häuser hier zu sehen:

Es gab hier aber auch einige Strassen wo unheimlich viele Obdachlose auf zu sehen war und das war kein guter Anblick und zeigte auch die Schattenseiten der Stadt. Auf ein Bild davon verzichte ich hier.
Weiter ging die Tour zum Balboa Park wo wir ausgestiegen sind um den Japanischen Garten zu besichtigen. Der Balboa Park ist ein riesengrosser Park mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Unter anderem fand geraden ein Tanzwettbewerb statt.
Und weiter ging die Fahrt zur Golden Gate Brücke. Es ist unglaublich wieviele Fussgänger über die Brücke marschieren, aber die Sicht auf San Francisco und die Bay mit Alcatraz ist schon grossartig.
 
Auf der anderen Seite der Brücke ist noch ein grosser Parkplatz der hoffnungslos überfüllt war und es gab einen kurzen Fotostop und schon ging es wieder zurück über die Brücke.

Die Tour ging wieder zurück in die Stadt und bei der Chinatown sind wir ausgestiegen und durch dieses Viertel gebummelt. Absolut Chinesisch und eigentlich eine eigene Welt für sich. Obwohl die Chinesen alle Amerikaner sind, wenn sie miteinander sprechen versteht man nur “chinesisch”.

Das Eingangstor zur Chinatown.

 

 

Ein Blick in die Strassen von Chinatown und die 3 älteren Herren bemühten sich redlich ihre Musik zu Gehör zu bringen, nur mögen sie vielleicht Chinesen begeistern, unsere Ohren aber nicht.

Und das war der zweite Tag in SFO. Wieder zu Fuss zurück zur Embarcadero Station und mit müden Knochen ab in das Hotel.

Der dritte Tag

Am 3. und letzten Tag wieder rein nach SFO und dann stand die Cable Car auf dem Programm. Diese absolut einmalige Bahn wurde ab 1873 erbaut und in Betrieb genommen. An der Technik als solches hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert. An der Powell Station von der Metro ist die Abfahrsstelle “Powell & Market” und die Endstation ist über den Hügeln direkt an der Bucht am “Hyde Beach” am Girardelli Square. Doch zuerst hieß es rund 1,5 Stunden warten weil ein ganz schöner Andrang war. Aber da gab es doch auch ein paar Spassvögel die die Leute unterhalten haben. Vor allem einer der auf Kochtöpfen und Plastikeimern rumtrommelte wie wild.
 
Die Cable Car kurz  vor der Endstation am Giradelli Square.
Am Pier der Hyde Stree mit einer Museumsfähre aus alten Tagen.
Zurück geht es nun zu Fuss und da merkt man erst wie steil die “Strassen von San Francisco” sind und wir kommen zu der berühmten Stelle wo die Cable Car die Lombard Street kreuzt und von dieser Kreuzung bis zur Leavenworth Street ist wohl der berühmteste Abschnitt dieser Strasse mit seinen 10 Kurven, berühmt auch aus zahlreichen Filmen.
Der Blick von oben bis zur Leavenworth Street wo diese einmalige Kurverei wieder endet.

 
 
 
Nicht uninteressant der Besuch der Betriebsstation von der Cable Car. Von hier aus gehen alle Zugseile unterirdisch ab und werden von den grossen Seilrädern mit den Getrieben und Motoren angetrieben. Die Seile sind kilometerlang und es werden 4 Strecken von hier aus gefahren und gesteuert. Bemerkenswert ist ja dass die alle Seile unter den Gleisen laufen und dass über alle Hügel hinweg. Mehr dazu kann man auch im Internet nachlesen. Diese Station ist auch zugleich das Museum zu dieser Bahn.
Beim Rückweg zur Metro kamen wir dann noch an einem Platz vorbei der anscheinend Treffpunkt von vielen Chinesen ist. Sie vertreiben sich hier ihre Zeit mit Musik und Brettspielen.